Prossima celebrazione ecumenica:
Domenica 22 gennaio, ore 16,
chiesa evangelica di Lugano
Prossima S. Messa a Lugano:
Sabato 4 febbraio 2012 alle ore 17.30
Nächste Eucharistiefeier in Lugano:
Samstag, 4. Februar 2012 um 17.30 Uhr
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Jahresbericht 2010 über das Leben in der christkatho-lischen Diaspora Tessin
von Priesterin Marlies Dellagiacoma
Regelmässigkeit und Ausdauer machen sich bezahlt – auch im kirchlichen Leben. Im Tessin sind sich die Christkatholikinnen und Christkatholiken gewohnt, dass an jedem ersten Samstagabend des Monats um 17.30 Uhr in der anglikanischen Kirche in Lugano unser christkatholischer Gottesdienst stattfindet. Diesen besuchen jeweils durchschnittlich ein Dutzend Personen. Im Frühling und im Herbst feiern wir zusätzlich auch in der wunderschönen barocken Chiesa Santa Maria della Natività in Losone Eucharistie.
Diese Gottesdienste bilden sozusagen das zentrale Gerüst des kirchlichen Lebens in der Diaspora Tessin. Im vergangenen Jahr kamen aber noch weitere Anlässe hinzu. Das wichtigste Ereignis war die Firmung von fünf jungen Tessinerinnen und Tessinern am 30. Mai. Und es war ein Riesenfest! Gegen 100 Gottesdienstbesucherinnen und –besucher füllten die Kirche, der Kirchenchor der Gemeinde Zürich und ein Flötenduo verschönerten musikalisch die Feier und dass Bischof Harald Rein seine Predigt in italienischer Sprache hielt, wurde mit grosser Anerkennung vermerkt. Der anschliessende Apero im benachbarten Gemeindehaus, organisiert von den Familien der Firmlinge, bot Gelegenheit zu südländisch-temperamentvollen und entsprechend lauten Gesprächen. Dabei entstand auch eine Idee für engere Kontaktmöglichkeiten der Tessiner und der Zürcher: Ein Besuch der Tessiner Christkatholiken in Zürich. Darum: veni – vidi – vinci oder gedacht – geplant – ausgeführt!
So folgten also 15 Tessiner Diasporamitglieder der grosszügigen Einladung des Zürcher Präsidenten Urs Stolz und besuchten am 4. Dezember die adventlich beleuchtete Grossstadt Zürich. Dem feinen Mittagessen im Kirchgemeindehaus schloss sich der nächste Höhepunkt an: der Besuch der weihnächtlichen Vorstellung des Zirkus Conelli. Doch nicht genug, anschliessend war auch noch Gelegenheit, ein besonderes Familien-Adventskonzert in der Augustiner Kirche zu geniessen. Die Begeisterung der dankbaren Tessiner über diesen Tag in Zürich war grenzenlos!
Für die Tessiner Diasporanen sind solche Kontakte sehr wichtig, fühlen sie sich sonst doch sehr weit weg und vergessen von der übrigen christkatholischen Schweiz. Umso grösser ist darum immer die Freude, wenn deutschschweizer Kirchgemeinden das Tessin besuchen. So geschehen auch am 4. September, als ein paar Oltner und Oltnerinnen unseren Gottesdienst in Lugano besuchten.
Ebenso freuten sich einige Tessiner und Tessinerinnen, als sie die Gelegenheit erhielten, zu einem Nachtessen auf den Monte Verità in Ascona eingeladen zu werden anlässlich der Pastoralkonferenz der Christkatholischen Kirche der Schweiz. Dass es dabei an diesem Tessiner Tisch etwas lauter und temperamentvoller zu und her ging, versteht sich – beh sì, è l’italianità!
Im römisch-katholisch geprägten Tessin betritt unsere Kirche nicht nur dadurch Neuland, dass eine Frau als Priesterin in ökumenischen Gottesdiensten auftritt, sondern auch dass wir eine Vielfalt von Formen gelebter Liebe anerkennen. Im Frühjahr und im Herbst segnete ich die Lebensgemeinschaft von zwei Männern und zwei Frauen. Diese „Benedizione d’unione“ war darum das Thema eines Interviews, worüber ich anschliessend im Tessiner Radio Auskunft gab – und dabei einmal mehr auf unsere „unbekannte“ christkatholische Kirche aufmerksam machte!